Musterklage vw urteil

An der Sammelklage, die die größte Verbraucheraktion in der englischen Rechtsgeschichte sein könnte, sind fast 90.000 Besitzer von Audi-, Seat-, Skoda- und Volkswagen-Modellen beteiligt. Sie fordern eine Entschädigung für die Installation illegaler “Defeat Devices”, um europäische Emissionsnormen zu betrügen. Volkswagen hat das erste große Urteil in einer wegweisenden Klage vor dem High Court von Eigentümern in England und Wales verloren, die vom Dieselgate-Abgasskandal betroffen sind. VW hat das Ziel der Klage mit dem Argument zurückgewiesen, dass die Kunden keinen solchen Anspruch haben, weil die Autos einwandfrei funktionsfähig blieben. Der Autobauer hat auch wiederholt betont, dass die Software-Fixes, die er angeboten hat, das Problem der illegalen Emissionswerte beseitigt haben. Tatsächlich erlaubt das neue Gesetz die Anhörung vor Gericht, die sonst aus finanziellen Gründen Angst gehabt hätten. Dennoch raten einige Anwälte VW-Dieselbesitzern, sich von der Klage zurückzuziehen und einzelhaft gegen den Autobauer vorzugehen. Trotz des heutigen Urteils gibt es noch weitere Phasen des Falles, einschließlich der Feststellung der “Ursache” – d. h.

ob die Abschalteinrichtung Schaden angerichtet hat oder nicht. Diese sollen Ende dieses Jahres oder Anfang 2021 ausgespielt werden. Geht das Urteil gegen Volkswagen, könnte es zur Zahlung von Hunderten Millionen Pfund Entschädigung verurteilt werden. Nach Angaben des Bundesjustizministeriums haben sich rund 446.000 Kläger der Sammelklage angeschlossen, die gemeinsam vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und dem größten Automobilclub des Landes, dem ADAC, organisiert wird. Neben dem Sammelverfahren wurden in Deutschland 61.000 Einzelklagen eingereicht, Braunschweig darf diesen früheren Urteilen jedoch nicht folgen. Selbst wenn die Klage vor Gericht erfolgreich sein sollte, so die Anwälte weiter, müssten die Kläger dann ihre individuellen Schadenersatzansprüche selbst vor Gericht bringen. Im Falle einer juristischen Niederlage können Ansprüche jedoch nicht mehr vor einem anderen, möglicherweise “verbraucherfreundlicheren” Gericht geltend gemacht werden, hieß es. Vier Jahre nach dem Ausbruch des Dieselgate-Skandals bei Volkswagen sind mehr als 400.000 Deutsche Teil neuer Gerichtsverfahren gegen den Autobauer.